Modenschau auf der Frühlingswiese

Große und kleine Künstler, das war das Motto der diesjährigen Projektwoche in der Grundschule. Irgendwie rutschte mir ein „… ach, da könnte man ja auch eine Modenschau machen …“ raus. Und da ist die Idee entstanden, dass ich als Mutter auch ein Projekt anbiete. Eine Woche, neun Projekte (7x Maler, 1x Musiker und 1x Designer) mit Laufzeit jeweils zwei Tage und am Freitag eine Vernissage mit Modenschau, um die Ergebnisse zu präsentieren.

Erst einmal ein Werbeplakat gestalten. Ohne Namen, denn die Kinder sollten ein Projekt wählen und nicht eine Lehrerin. Foto habe ich nicht gemacht, daher ist hier der grüne Hintergrund, das eigentlich mit dunkler Tusche aufgemalte Gras und die Blumenknöpfe mit Photoshop auf das Bild geschummelt.

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Was soll ich sagen? Mehr als die Hälfte der 1. bis 4. Klässler wollten in das Nähprojekt. 20 Jungen und Mädchen (6/14) durften dann daran teilnehmen. Da ich ja keine Lehrerin bin, haben sie mir auch nur 10 Kinder pro Gruppe zugemutet 😉 Jeden Tag hatte ich noch eine Mutter zur Seite, die mich unterstützt hat. Vorbereitet habe ich verschiedene Projekte mit und ohne Näherfahrung, mit und ohne Nähmaschine. Aus der Näh-AG wusste ich ja so ungefähr, was ich den Kindern der 3. und 4. Klasse an den zwei Tagen abverlangen konnte. Am Ende der beiden Tage sollte jeder eine Oberteil, ein Unterteil und ein Accessoire haben, um dies bei der Modenschau zu zeigen. Die Projektbeschreibung lautete dann:

Aus alten Kleidungsstücken und mit neuen Stoffen fertigen wir uns ein komplettes Outfit, mit dem wir auf der Frühlingswiese spazieren gehen. Du kannst dann ein trendiges Oberteil, Rock oder Hose und ein Schmuckstück präsentieren. Dafür benötigst du mindestens zwei der folgenden Teile:
– ein Shirt, einfarbig, soll dir noch passen, lange oder kurze Ärmel
– eine Jeans, die dir am Bauch noch passt, Länge ist egal
– ein altes Hemd von Papa oder Mama
– ein Shirt, von Mama oder Papa oder älteren Geschwistern
– Krawatte(n), die Papa noch nie mochte

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Im Klassenraum gab es vier Stationen, immer zwei Tische zusammengestellt. Eine zum Bemalen von Shirts, eine mit den fünf Nähmaschinen, eine für Filzarbeiten und ein freier Tisch zum Schneiden, Zusammenstecken etc. Dann eine Bügelstation und natürlich eine Ecke mit den Stoffen. An der Tafel habe ich die Anschauungsobjekte mit Magneten befestigt. Für jedes einzelnes Projekt habe ich eine kleine Anleiung geschrieben. Die Projekte waren:

  • Haarband aus Filz
  • Krawatte als Haarband
  • Kette aus Filzdreiecken
  • Kette mit Filzkreisen
  • Kette mit Filzhalbkreisen
  • Armbänder aus Filz
  • T-Shirt bemalen
  • T-Shirt gestalten (zerschneiden, Satinband einfädeln etc)
  • Beutel aus altem T-Shirt knoten
  • Jeans bemalen
  • Jeans kürzen (mit neuem Saum)
  • Jeans mit Sandpapier und Feile bearbeiten
  • Jeans zum Rock machen
  • Tutu knoten
  • Rock aus einem Stück Stoff nähen
  • Rock aus drei Stück Stoff nähen
  • Kleid aus einem Stück Stoff nähen
  • Loop nähen
  • kleine Umhängetasche (z.B. aus Hosenbeinen) nähen
  • Handytasche aus Krawatte
  • Hemd zur Hose und Rock umwandeln

Was soll ich sagen? Ich war begeistert, was die Kinder alles so gestaltet haben. Ich hätte gar nicht so viel vorgeben müssen, die Ideen, die die Kinder noch hatten war sehr kreativ. Motiviert und begeistert waren alle. Die meisten haben ein Shirt bemalt (Shirts hatte ich vorher gekauft) und auf jeden Fall auch etwas mit der Nähmaschine genäht. Wer noch nie mit einer Nähmaschine gearbeitet hatte, musste zuerst ohne Faden auf einem dicken Blatt Papier nähen. Also quasi Löcher stechen, einmal malen nach Zahlen und einmal einen Weg (eckig) zu einem Ziel nach stechen. Betreuen konnte ich die Kinder mit Hilfe einer weiteren Mutter gut. Das hat gut gepasst. Alleine ist schon schwierig, da gerade an der Nähmaschine mal länger Hilfe notwendig ist. Zur Frühstückspause habe ich aus Pippa Pepperkorn, Bd. 1 vorgelesen. Das ist bei allen Kindern, Jungen wie Mädchen und 6 oder 10 Jahre alt gut angekommen. Wobei ich mich schon als Lucy’s Mutter sehe (joggt von der Schule zum Yoga und plant und designt den Kindergeburtstag bis ins tausendste). Nach vier Unterrichtsstunden war es auch schon vorbei, dann habe ich alles aufgeräumt, um am nächsten Tag wieder frisch starten zu können. Die fertigen Designstücke wurden auf Kleiderbügeln auf zwei Kleiderständern, so wie es sich für ein richtige Modenschau gehört, gelagert.

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Am zweiten Tag des Projektes haben wir die letzte halbe Stunde genutzt, um die Modenschau zu üben. Also Laufreihenfolge festlegen, wer hat mehrere Outfits und läuft also mehrfach, wie läuft man und wo überhaupt. Alles aufregend. Ich habe mich für „Here comes the sun“ interpretiert von Sheryl Crow und nicht von den Beatles als Begleitmusik entschieden. Der Laufsteg war aus quadratischen, langflorigen, grünen Teppichen, die wir mit doppelseitigen Klebeband in T-Form auf den Boden der Pausehalle geklebt haben. Am Anfang des Laufsteges haben wir einen weißen Hintergrund aufgebaut. Hinter diesem sind die Kinder hervor gekommen, gelaufen und wieder dahinter verschwunden.

Am letzten Projekttag gab es eine Vernissage mit feierlicher Eröffnung, singen der Kinder, das Musikprojekt wurde präsentiert und es gab die Modenschau. Alles zwei Mal, da es Musikprojekt und Modenschaugruppe ja zwei Mal gab. Die Modenschau war ein voller Erfolg. Ich stand etwas Abseits mit Mikro und habe immer etwas zu jedem Kind gesagt, damit man auch sieht, was gemacht wurde. Die andere Mutter hat sich netterweise um den reiblungslosen Ablauf in der Bücherei (umziehen, auf den Laufsteg gehen) gekümmert. Die Zuschauer und auch die Kinder selbst waren begeistert. Erst waren die meisten unsicher und wollten dann doch nicht, aber zum Glück haben sich alle getraut. Morgens, vor der offiziellen Eröffnung mit Eltern, Lehrern, den anderen Kindern und Gästen haben wir noch ein kleines Fotoshooting veranstaltet. Jedes Kind sollte eins seiner Outfits tragen und wir haben Bilder gemacht. Das war für einige schon das Highlight des Tages. So mit Blitzen, Reflektorschirmen und jemanden, der mit einem großen Reflektor die Sonne, die durch das Oberlicht scheint, abhält.

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