Elterntraining – Vereinbarungen

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Werkzeuge im Erziehungsalltag gibt es viele. z. B. Grenzen setzen, gewaltfreie Kommunikation und auch gemeinsame Vereinbarungen. Letztere lassen sich in einer Familienkonferenz sehr gut treffen. Da wir täglich alle gemeinsam Mittagessen und dabei u.a. unseren Tag aber auch Probleme und Konflikte besprechen, ersetzten die Mittagessen wohl die Familienkonferenz. Es kommt aber auch vor, dass einer von uns zum ein gemeinsames Zusammenkommen bittet, um Dinge zu besprechen. Vorraussetzung ist die Kooperationsbereitschaft von allen Teilnehmern. Die Bedürfnisse aller, der Kinder und der Eltern, sind gleichwertig. Somit kann keiner (s)eine Macht ausüben und es entsteht eine akzeptable Lösung.

Familienkonferenz

  • Zeit, Ort und auch Thema ist für alle von vorherein klar
  • Bedürfnisse aller müssen klar sein (aktives Zuhören bzw. selbst benennen)
  • Lösungen werden ohne Bewertungen gesammelt
  • prüfen, ob die Lösungen die Bedürfnissen aller erfüllen, ggf. Lösungen streichen, die nicht annehmbar für Kinder/Eltern sind
  • eine Lösung auswählen und zur Vereinbarung machen
  • die Vereinbarung wird von allen umgesetzt
  • funktioniert die Vereinbarung? Dies wird geprüft und ggf. weiter besprochen

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Der Start der Grundschule mit LeLa war sehr hart, mit täglichen Kämpfen um die Hausaufgaben usw. Das zweite Jahr lief viel, viel besser (neue Klasse, Lehrerin etc, außerdem hatten wir mittlerweile eine Neuneurologin, Psychologin besucht, Neurofeedback und Ergotherapie hinter uns). Doch Übungsaufgaben zusätzlich zu den Hausaufgaben waren notwendig und der Medienkonsum sollte weiterhin nur zeitlich eingeschränkt laufen. Wir haben beides miteinander verbunden: werden zusätzlich (für die Schule relevante Dinge) erledigt, bekommt man Zeit für Medienkonsum.

Anfangs habe ich die Zeiten aufgeschrieben, das wurde aber ziemlich schnell ziemlich unübersichtlich. Da haben wir uns während des gemeinsamen Mittagessens die Zeitscheine ausgedacht. Wir haben besprochen, welche Zeitunterteilung es gibt (5, 10, 20 und 30 Minuten) und wer auf welchen Schein mit welchem Symbol und Farbe kommt. Die 60 Minuten sind später mit Einzug unserer Pflegetochter dazugekommen. Ich habe mit Photoshop ein wenig getüddelt, ausgedruckt und geschnitten. Fertig waren unsere Zeitscheine.

Diese Kontrolle des Medienkonsums haben wir 3 Jahre lang praktiziert und ich kann es nur empfehlen. Unsere Regeln für die Nutzung waren auch einfach. Man bekommt Zeit:

  • Das tägliche Muss: 60 Minuten für die täglichen Zusatzaufgaben, für die zwei Doppelseitem im Deutsch-Stars-Übungsheft (oder auch Mathe) bearbeitet werden mussten
  • ein Tag in der Woche gab es 60 Minuten einfach so, also ein freier Tag, bei uns immer der Dienstag, wenn die Kinder eh kaum Zeit für die Hausaufgaben hatten
  • bis zu 60 Minuten für Lesen in einem Buch, den Umfang der Seiten haben wir individuell festgelegt
  • ungefähr einmal im Monat 30 Minuten für das Wegbringen des Altglases zum Container
  • Handeln, Tauschen oder Schenken von Zeitscheinen untereinander war nicht erlaubt

Die Zeitscheine konnten gegen Medienkonsum eingetauscht werden unter folgenden Bedingungen:

  • täglich ab 17 Uhr
  • maximal 2 Stunden am Tag
  • Abrechnung im 5-Minuten-Takt
  • keine Kredite
  • Familienfilmabend zählen nicht mit ins Zeitkonto

Die Regeln hatten wir gemeinsam besprochen und vereinbart, somit wurden sie von allen akzeptiert und eingehalten. Sicherlich gab es immer mal wieder den Wunsch (und daraus resultierende Diskussion) schon vor 17 Uhr oder länger oder auf Kredit den Medien zu fröhnen. Und ja, manchmal haben wir auch das erlaubt. Denn exceptio probat regulam (Ausnahmen bestätigen die Regel). Aber es sind Ausnahmen geblieben. Gegelegentlich haben wir auch das Beenden der 2 Stunden oder das Bezahlen eher großzügig gesehen. Aber eben nur manchmal.

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