Harter Schlag

Eigentlich wollte ich hier und dazu und überhaupt nichts zum Thema Kinder und berufstätige Mütter (gerne auch andere Variationen) sagen, da ich eh mein Ding so durchziehe, wie ich es für richtig halt. Und eigentlich bin ich auch hart im Nehmen. Aber jetzt würde ich am liebsten nach Hause gehen und mir meine Bettdecke über den Kopf ziehen und, ach ich weiß nicht, heulen(?).


Ich saß gerade gemütlich mit meinem Kollegen beim Mittag. Da kam irgendwie das Gespräch auf das Thema Kinderkrippe. Ich glaube, ich habe gesagt, dass mein Kindergeld (bis 6 Jahre) ruhig für die Schaffung genügend Krippen- und Kindergartenplätze mit mehr als 4 Stunden täglich Betreuung verwendet werden kann und dass ein Platz bei uns in der Gemeinde 330 Euro kostet. Ist ja auch egal. Das ganze Gespräch will ich auch nicht wieder geben.

Groß geworden bin ich im Osten. Wie auch ich waren meine Neffen in der Kinderkrippe, ab welchen Alter weiß ich nicht mehr genau. Sie waren aber auf jedem Fall unter 1 Jahr. Diese Konzept der Unterbringung fand und finde ich immer noch gut. Denn ich habe es nicht anders kennen gelernt, beide Elternteile gehen arbeiten und Mini ist in Betreuung, hat mit vielen anderen Minis Kontakt.

Das nicht jeder so denkt, weiß ich, kann ich verstehen, akzeptiere ich. Wenn eine Frau bis ins Kindergartenalter oder bis zur Grundschule ihr Kind 24-Stunden rund um versorgen will. Bitte, soll sie, wenn sie dabei mit sich und der Welt zu frieden ist.

Ich möchte mehr als mein Kind ganztätig betreuen, ich möchte auch berufliche Karriere machen, ja ich möchte was für mein Ego tun und ja, ich möchte auch ein eigenes Haus und ein dickes Auto. Ach und noch eins und ja, ich will mindestens noch ein Kind. Genau das war wohl mein Fehler.

Ein Kollege meinte, dass dies genau der Punkt sei. Ich will alles, würde aber jedes nur halb machen. Ich mache somit alles nicht richtig. Das, so wie ich es mache, wäre falsch, da eben nicht alles komplett gemacht werden kann. Äh? Da musste ich erst einmal schlucken. Wie Bitte? Ich musste dann nachfragen, ob ich denn meine Arbeit, die ich ja nicht mehr in Vollzeit ausübe nur halb mache? Arbeite ich jetzt schlechter? Naja, ich würde ja nicht richtig arbeiten, nicht qualitativ, sondern quasi nicht mit voller “Hingabe” (mir fällt gerade kein besseres Wort ein). Denn neben dem Beruf gibt es ja noch Kind und Studium oder was auch immer. Da könnte man sich nicht auf eine Sache voll konzentrieren, somit auch nicht auf die Kindererziehung. Die Kindererziehung mache ich nur halb und somit auch nicht richtig, da ich ja auch meine Schwiegereltern zur Betreuung in Anspruch nehme.

Ich glaube, man kann sich vorstellen, wie das Gespräch verlief. Teilweise musste ich mir echt die Tränen verkneifen, denn ich habe mich als schlechte Mutter, Karriere geile Rabenmutter an den Pranger gestellt, gesehen. Boah, ich will nach Hause.

18 Replies to “Harter Schlag”

  1. mardi gras says:

    Sowas finde ich ganz schön daneben…wahrscheinlich denkt dieser Mensch von sich auch noch er wäre tolerant. Und ist ja nett aus der Perspektive eines Mannes (?) gesagt, der sich mit diesen Problemen eh nie herumscheren wird müssen.

  2. Auff so eine Idee kann eigentlich auch nur jemand kommen, der keine eigenen Kinder hat. Die Zeit, die Du Deinem Kind widmest, wird doch nicht minderwertiger, wenn Du arbeiten gehst, ganz im Gegenteil, die Interaktion mit deiner Aussenwelt ist doch auch fürs Kind wichtig. Und den Kontakt mit den anderen Zwergen brauchts das Kind doch auch. Und nein, man arbeitet nicht “minderwertiger” wenn man “nebenbei” noch Kind und Haushalt macht, sondern wesentlich konzentrierter und multitaskigfähiger.
    An Deiner Stelle würde ich den Kollegen nicht ernstnehmen. Du machst das schon völlig richtig, so wie Du das machst.

  3. Ich habe kein Kind. Ich hätte gern eins. Aber die Vernunft zwingt mich, keins zu bekommen. Und auch ich mache es nicht richtig. Sagen die, die meinen, einem eins reindrücken zu müssen. Die meinen, mein Leben besser leben zu können, als ich es tu. Dabei haben sie doch selbst eins, mit dem sie anstellen können, was sie für richtig halten…

    Wenn ich diese Debatte verfolge, dann werde ich traurig. Denn überall meinen Männer, dass sie wissen, was das beste für eine Frau ist. Ich galube, dass sie allein – und nur sie – das beurteilen kann. Ich möchte keinen Staat und auch keine Gesellschaft, die meinen, sich einmischen zu müssen. Ich denke, das muss jeder selbst entscheiden…und verdammt, dazu sind wir in der Lage! Wir brauchen dazu keine gesetzlichen Vorgaben und keine Kollegen, die immer den Zeigefinger heben. Wenn eine Frau nur Mutter sein mag, dann ist das prima! Und wenn sie Beruf und Kind haben will, dann ist das genauso prima! Hauptsache ist doch, dass sie ein Kind hat. Und sich dabei wohl fühlt. Nicht den Eindruck gewinnt, einen Fehler gemacht zu haben.

    Ich lese hier mit und ich sehe Bilder von einem fröhlichen, glücklichen kleinen Jungen, den eine glückliche junge Mutter auf dem Arm hält. Das finde ich super!!
    Und nun nimm die Bettdecke vom Kopf, drück die Brust raus und mal dem Clown ‘ne rote Nase. Dein Leben ist dein Leben und das kannst nur Du leben, wie Du es willst und kannst und machst. Miesepeter raus!

  4. Ich (als Mann :-)) verstehe schon deinen Grundgedanken. “Hier im Westen” ist’s halt eher so, dass ein Elternteil (vermutlich zu 99% die Frau) sich um das Kind kümmert, was ich persönlich nur befürworte.

    Mal ehrlich, wieviel kriegt man denn noch von seinem eigenen Kind/eigenen Kindern mit, wenn man den ganzen Tag arbeiten geht und das Kind somit im Prinzip einen Großteil seiner Kindheit bei Oma/Opa/Kinderkrippe/was auch immer verbringt? Ich kann’s mir nicht wirklich vorstellen. Wir haben uns damals entschieden, dass meine Frau bei den Zwillingen (mittlerweile 3,5 Jahre alt) bleibt, da ich eben mehr verdient hab. Wobei ich sehr sehr gerne daheim geblieben wäre … mir kommt die Zeit, die ich mit den Kleinen verbringen kann viiiel zu kurz vor.

    Und was bringt mir da ein eigenes Haus mit dem “dicken” Auto davor. Das eigene Haus haben wir und der BMW 5er (wenn man den als “dickes Auto” ansehen will) steht auch davor, ja … nur würde ich das alles sofort eintauschen, wenn ich dafür mehr Zeit mit meiner Familie verbringen könnte! Klar könnte man jetzt sagen, ich werd einfach arbeitslos und leb von Harz 4 und Co, aber dann würde ich dem Staat und meinen Mitmenschen auf der Tasche liegen und das ist schonmal gar nichts für mich.

    Alles in allem muss das aber jeder für sich selbst entscheiden. Ich kenne euch nicht persönlich und möchte daher gar nicht über eure Situation und eure Planungen “herziehen” o.ä.. Aber ich an eurer Stelle hätte vermutlich erst das Studium beendet und mich dann (ggf. mit “Arbeit von zu Hause”) für ein Kind entschieden, um dann einen Halbtagsjob anzunehmen, wenn das Kind in den Kindergarten bzw. Schule kommt.

    Ich hab Familien erlebt bei denen auch beide arbeiten gehen. Jetzt wird euer Kleiner das sicherlich nicht groß mitbekommen, aber glaub mir, wenn das Kind irgendwann zu dir soetwas sagt wie “ihr hattet nie richtig Zeit für mich” o.ä. geht das ganz schön an die Nieren (so passiert bei einer befreundeten Familie).

    Wie stellt ihr euch das Leben denn vor, wenn euer Studium vorbei ist? Kind in die Krippe und dann beide bis 18:00 Uhr arbeiten? Vielleicht seh ich das alles ja auch einfach nur falsch .. so als Mann .. 🙂

  5. Die Meinungen, die heute mittag auf mich prallten, kamen von Männern mit und ohne Kindern.

    Ich möchte keine Diskussion über Meinungen von Männern und Frauen oder mit und ohne Kindern oder Ossis und Wessis lostreten. Denn überall gibt es verschiedene Meinungen, egal welche Gruppierung.

    Eigentlich hatte ich auch nur Toleranz meiner “Methode” gegenüber erwartet. Aber die habe ich völlig vermisst in dem Gespräch. Das ist eben nicht richtig. Aus die Maus. Denn so wie es ist, sind alle glücklich. Leander, denn Mama ist ausgeglichen und zufrieden mit sich. Papa, der ohne das Studium nie so viel Zeit mit Leander verbracht hätte (es sei denn er wäre arbeitslos und wäre ab der 7. Wochen zuhause geblieben). Meine Schwiegereltern, die viel von ihrem Enkel haben und gerne (!) auf ihn aufpassen. Was will man mehr.

    Und um Hagens Eltern nicht den ganzen Tag in Anspruch nehmen zu müssen, wenn ich (erst einmal) im Praxis- und Diplomsemester bin, geht Leander in die Krippe und nachmittags ist er bei Oma und Opa. Nach dem Studium möchte ich auch arbeiten, sonst hätte ich ja auch nicht studieren müssen, aber kein 40 Stunden Job, aber mindestens 20 Stunden, denn dann fängt auch bald die Kindergartenzeit an. Und ja, das soll er auch hin. Ach, und um dem Ganze die Krone aufzusetzen, in einen Hort, der nach der Schule angeboten wird, würde ich ihn auch geben. Wobei eine Ganztagsschule eh besser wäre.

  6. Ich denke, dass ich als “Teilzeitmutter” die Zeit MIT meinem Kind besser nutzte, als wenn ich nur daheim wäre. Mich würde sonst nämlich die Trotzphase zum Wahnsinn treiben und da ich sie nicht 24 Stunden am Tag ertragen muss kann ich mich meistens darüber “amüsieren” anstatt ein verzweifeltes Kind zu schimpfen.
    Anderseits kann ich auch Mütter verstehen, die ihre Elternzeit als Auszeit aus dem Beruf genießen. Es hat halt jedes Modell gute und schlechte Seiten.
    Ich denke nicht, da “Fremdbetreuung” meinem Kind schadet. Dabei sollte man halt darauf achten, dass sie zu einem passt. Und deine Schwiegereltern haben ihren Sohn ja nicht allzu schlecht erzogen, oder 😉 Außerdem genießen Kinder schon lange vor dem 3. Lebensjahr die Gesellschaft von anderen Kindern. Bei meiner Tochter habe ich mit 1,5 Jahren überlegt, ob ich sie nicht besser in eine Krippe gebe, statt weiter zur Tagesmutter, weil sie dort andere Kinder zum spielen hat. Aber hier in Bayern kann man sich da nicht kurzfristig entscheiden!

  7. erstmal tief durchatmen und nicht aufregen über die intoleranz anderer…
    es ist dein leben und dein kind und wenn du feststellt dein kind packt es nicht, so viel von mama und papa getrennt zu sein, dann wirst du bestimmt die letzte sein die sich vor leander auf den boden wirft, mit händen und füßen strampelt und brüllt “ich will aber ein dickes auto und ein fettes haus”!!!
    oder???

    ps: ich bin auch ein ossi, aber mehr oder weniger im westen grossgeworden, trotzdem mama alleinerziehend und ich absolutes schlüsselkind! geschadet hat es mir nicht, aber ich habe immer alle anderen beneidet wo mama zeit hatte gemeinsam hausaufgaben zu machen.
    ich habe keine wahl, ich muss arbeiten gehen, aber ehrlich ich glaube nicht, dass ich es in dem umfang tun würde wie ich es jetzt tue wenn ich die wahl hätte. ich will mein kind erziehen, nicht eine tageseinrichtung oder die oma…aber das ist meine meinung und meine einstellung und die lass ich mir von niemanden nehmen!!!

  8. du sprichst mir 100% aus dem herzen aline. und ich kenn die krude argumentation mit der anscheinend “halbherzigen” arbeit im teilzeitmodell auch und meine reaktion darauf entspricht deiner. keine ahnung, was man dagegen setzten kann. ich habe beschlossen, dem nichts mehr entgegen setzen zu müssen.
    wir alle, jede auf ihre art, machen genau das richtige. wir brauchen das selbstbewusstsein und vorallem die gegenseitige, wenn man so will “schwesterliche” unterstützung, solidarität und toleranz um unsere egal wie geartete entscheidung weiter gut und ohne schlechtes gewissen zu vertreten.
    daher mal von mir ein lob und bestätigung für dich was für eine gute entscheidung du für dich, dein kind, deinen mann und deine umwelt gefällt hast 🙂 thumps up!

  9. Ach Aline, du hast mein vollstes Mitgefühl! Sich so etwas anhören zu müssen, echt die Krönung. Ich glaube ich wäre aufgestanden und gegangen. Oder hätte ihm vor Verzweiflung eine reingehauen… Mir fehlen wirklich dir Worte…

  10. Richtigstellung…

    Ich glaube, ich hab´ mich etwas falsch ausgedrückt. 🙂 Ich bin nicht am Überlegen, ob ich arbeiten gehen soll oder nicht. Die Entscheidung steht, ich gehe arbeiten (ab nächster Woche übrigens, zwei Tage die Woche – unbefristeter Vertrag!). Man kom…

  11. Meine Mutter war alleinerziehend. Sie hat meinen Bruder und mich alleine groß gezogen. Und warum war das so? Weil mein Herr Vater der Meinung war, in seinem Beruf Karriere zu machen und all sein Herzblut erst in den Job, dann in die Sekretärin zu stecken. Meiner Mutter blieb nichts anderes übrig als zu arbeiten. Normaler Dienst, Spätdienst, Rufbereitschaft, Wochenenddienst. Da ging es nicht um: Ach, die ist doch karrieregeil. Da ging es ums Überleben, wenn man nicht von der Sozialhilfe leben wollte.

    Ich konnte mich als Kind nicht beklagen: Ich war stets gut betreut – von der Krippe bis in den Hort. Selten war das nicht in Berlin (West): Die Krippen, Kitas und Horte waren voll. Und gestört hat es mich nicht. Eigentlich war es dufte, wie der Berliner zu sagen pflegt. Schließlich hatte ich jeden Tag jede Menge Spielgefährten um mich herum – langweilig war mir nie. Die Vorstellung, mein Sohn müsste den ganzen Tag bis zum 3. Lebensjahr (ha! oder bis zum Eintritt in die Schule) immer nur mit seinen Eltern verbringen, finde ich absurd und furchtbar langweilig. Wie soll ein Kind da soziale Interaktion lernen? Gerade wenn sie so neugierig sind? Der olle Rockzipfel ist doch wirklich nicht immer so interessant.

    Also, raus, raus ins Leben, wer arbeiten will. Um unsere Kinder wird sich gut gesorgt. Wir verpassen nichts. Wir sehen unsere Kinder jeden Tag. Das ganze Wochenende – von früh bis spät. Vielleicht 18 Jahre lang. Wenn man Pech hat vielleicht sogar 30 Jahre lang 😉

    Und wer seine Kinder so lange wie möglich bei sich haben möchte, auch vollkommen okay.

    Aber jemandem einen Vorwurf aus seiner Entscheidung zu machen, ist und bleibt unter aller Kanone. Wer gibt anderen Menschen nur immer wieder das Recht, glauben zu können, anderen Menschen eine Lebensart auf’s Auge zu drücken?

  12. Ich geb jetzt auch meinen Senf dazu.
    Ich erlebe jeden Tag wie Eltern sich Vorwürfe machen weil sie ihr Kind in die Krippe geben. Und das einzige was dabei rauskommt ist, dass die Kinder das ganz genau spüren wenn Mama oder Papa(meistens ja Mama) nicht mit Herzblut dahinter stehen. Natürlich ist es nicht leicht sein Kind loszulassen, das weiss ich jetzt weil ich selbst Mutter bin. Aber man möchte ja nicht sich selbst verlieren, das bringt niemanden etwas. Und was ich immer wieder beobachte ist, dass Kinder die in die Krippe/Kita gehen ein ganz anderes Sozialverhalten haben. Sie lernen halt schon früh sich auf andere einzulassen. Auch sind viele, nicht alle aber viele viel weiter in der Entwicklung, eben weil sie nicht von den Eltern betüdelt werden.
    Wie mans macht muss jeder selbst entscheiden, hauptsache man fühlt sich gut!

  13. Ob ein Kind ein Interesse an anderen Kindern hat, liegt doch an
    den Eltern und deren Werte, die sie weitergeben und vermitteln.
    Unsere Zoe ist sehr mitfühlend, einfühlsam, denkt mit und ist
    liebvoll zu ihrem Bruder und anderen Kindern, und das obwohl
    sie den ganzen Tag hier bei mir ist, seit 2 Jahren und 4 Monaten.
    Das finde ich nun wirklich keine faire Argumentierung, HeddasMama.
    Ab davon, dass ich das gern tue, hab ich keine Wahl, hätte ich
    dieses Jahr keinen Elterninitiativ-Kindergartenplatz bekommen,
    würde meine Tochter wahrscheinlich dieses Jahr nicht mal in
    den Kindergarten kommen, sondern erst nächtes! So ist das hier
    bei uns!- Nix Krippe!

  14. claudia says:

    Unser Kleiner entscheidet sich wohl die nächsten Tage endlich frische Luft zu atmen und wir (Papa und Mama) freuen uns schon sehr darauf. Und zum Ärgernis weniger meiner Mitmenschen haben wir den Krümel schon vor seiner Geburt in der Krippe angemeldet, welche er schon 2 Monate vor seinem ersten Geburtstag in Teilzeit besuchen wird. Wir sind uns sicher, dass es ihm dort gut gehen wird und es ihm an nichts mangeln wird. Denn wir denken, das es nicht um die Menge der Zeit geht, die man mit seinem Kind verbringt, sonder um die berühmte ” Qualität”. Es ist zwar blöd, dieses Klischee bedienen zu müssen, aber es stimmt nun mal.
    Da ich in diesem Zusammenhang sagen kann, dass ich die Autorin sehr gut kenne, weiß ich, dass du dir da in keinster Weise von irgendjemandem sagen lassen mußt, du vernachlässigst dein Kind. Das was ihr dem Kleinen bietet, damit kann meinen Erfahrungen nach so manche “Ganztagsmutter” in keinster Weise mithalten.
    Auch ich wurde ab meinem ersten Lebensjahr in einer Krippe betreut und vorher und auch danach sehr viel von meiner Uroma. Ich habe diese Zeit wahnsinnig genossen und so ein sehr intensives Verhältnis zu ihr und auch zu mener Mutter, welche zu diesem Zeitpunkt als Krankenschwester im Schichtdienst gearbeitet hat, aufgebaut, welches bis heute anhält.
    Außerdem sollte viel mehr Vertrauen in die Ausbildung und das Wissen der ausgebildeten Erzieher gelegt werden. Ohne irendjemandem zu Nahe treten zu wollen, denke ich, das die Förderung in den Einrichtungen (die ich kenne) wirklich gut ist und häufig, das was man zu hause bietet, damit nicht mithalten kann. Das kann ich aus eigener Arbeitserfahrung während des Studiums für mich so einschätzen.
    In meinen Augen ist das Erlangen sozialer Kompetenz und der Umgang mit anderen Menschen auch für einen sehr kleinen Menschen schon sehr wichtig. Wobei ich damit nicht sagen will, das dies im heimischen Rahmen nicht möglich ist, aber ich denke, es ist einfach etwas schwerer.

    Eine “einheitliche” Lösung für dieses “Problem” wird es wohl nie geben, da man es immer von mehreren Seiten sehen kann. Man sollte aber NIEMANDEN für seine Meinung und seinen Weg verurteilen, da dieser immer individuell an die Bedürfnisse einer Familie und die jeweiligen Lebensumstände “bestens” angepasst ist.
    Also Kopf hoch Aline, ansonsten setzen wir uns in ein paar Tagen gemeinsam unter die Decke und leisten uns als “Rabenmüttern” gegenseitig Gesellschaft.
    Ein Hoch auf unser Selbstwertgefühl und die Fähigkeit, zu von uns (als Familie) getroffenen Entscheidungen zu stehen, egal was andere davon halten.

  15. ich finds sowieso eine frechheit, dass du so angegriffen wurdest! bei dem thema hat man anscheinend keine grenzen einzuhalten und jeder darf seine meinung dazuschmeißen, auch wenn er/sie selber nicht annähernd in der situation steckt!
    das hast du echt nicht verdient, keiner würde dir vorwürfe machen wenn du ein mann wärst (naja, vielleicht würde man dann erwarten, dass du vollzeit arbeitest).

  16. Vielen Dank, dass ihr mich alle unterstützt und nicht in die gleich Kerbe haut 😀

  17. Besser spät als nie: Ich bewundere Dich und Deine Energie, alles was Du so machst unter einen Hut zu bekommen. Von “Halbherzigkeit” oder einer “Rabenmutter” zu sprechen und Dich zu meinen, ist ein hundsgemeiner Angriff gegen Dich – da hatte wohl jemand schlechte Laune und meinte, sie an Dir auslassen zu müssen.

    Nimm es Dir nicht so zu Herzen. Du machst das schon genau richtig, Aline – lass Dir nix anderes einreden! 🙂

  18. Ja, er hatte wohl schlechte Laune und hat sich 2 Tage später “entschuldigt”. Er meinte, er wollte nicht sagen, dass ich eine schlechte Mutter bin. Hat er aber. Wir haben das dann geklärt.

Comments are closed.